Trocken und kalt

Normalerweise geht im April die Vegetation so richtig los. Leider warten wir immer noch darauf. Nachdem wir Ende März mit den Rüben die Frühjahrsbestellung beendet hatten, wurden wir zunächst von einem erneuten Wintereinbruch mit Frost und Schnee und dann eine Woche mit ergiebigem Regen heimgesucht. Leider sammelte sich auf den frisch gedrillten Rübenflächen Wasser oder die Oberfläche verschlämmte. Die Folge ist ein unregelmäßiger Auflauf bei den Rüben, der bei manchen Pillen leider auch Totalausfälle beinhaltet. So ist "Rübenzählen" angesagt, eine eher unerfreuliche Beschäftigung. Aller Wahrscheinlichkeit nach reicht der Auflauf aber für einen normalen Bestand aus.

Das Getreide ist in die Schossphase gewachsen. Die anstehenden Wachstumsregler-Maßnahmen fallen dieses Jahr aber eher zurückhaltend aus. Das Wetter bringt die Kürzung schon von selber mit sich. Intensive Strahlung und Trockenheit lassen das Getreide fast ohne Wachstum stehen. Das alles ist natürlich abhängig vom Standort, flachgründig, steinig oder sandig ohne, tiefgründig mit Kürzung. In der Gerste haben sich dazu Blattflecken, im Weizen Mehltau breit gemacht. Wir kämpfen hoffentlich mit den passenden Maßnahmen zur rechten Zeit. Einfach ist das nicht.

Die Bohnen haben zwar lange für den Auflauf gebraucht, wachsen jetzt aber. Die Direktsaat in Bohnen und Hafer hat sich auch in diesem Jahr wieder als sehr positiv erwiesen, bleibt doch die Feuchtigkeit damit konserviert und jegliche Erosion oder Verschlämmung unmöglich. Wir arbeiten weiter an diesem System.

Unermüdlich und unbeeindruck von jeglicher Witterung und Bodenzustand verfolgen die Kiebitze ihre Flugmanöver auf den Rübenschlägen in Müssen und in Wissentrup. Ob nun 100 000 oder 50 000 gekeimte Rüben je Hektar ist ihnen herzlich egal. Sie kümmern sich um den Nachwuchs - aus ihrer Sicht absolut vernünftig, sind wir doch auf jeden Jungvogel angewiesen.