Plötzlich Herbst

Nach der extremen Dürre bis Ende August/Anfang September setzten zum Monatswechsel die Niederschläge ein. In Deensen mit einem Riesengewitter, in Lage eine Woche später mit einem sachten Landregen. Unsere unterschiedlichen Wachstumsstadien im Raps reagierten auch unterschiedlich auf diese Bedingungen. Der direkt gesäte Raps brauchte dringend Wasser, hat aber bis dahin gut durchgehalten und ist auch während der Dürre zu ca. 80 % aufgelaufen. Der Auflauf des danach gesäten Mulchsaatrapses in Deensen ist durch die starken Gewitterniederschläge beeinträchtigt worden, so dass dort erst nur einzelne Pflanzen standen. Mittlerweile ist aber ein guter Bestand zu erkennen, der schon eine Behandlung gegen Gräser und zweikeimblättrige Unkräuter hinter sich hat. In Lage haben wir einen starken Raps, der direkt nach Niederschlägen gedrillt wurde und einen etwas schwächeren, der in trockenen Boden gelegt wurde und dann auf Regen warten musste. Im Durchschnitt passen die Bestände aber und werden sich bis zum Winter noch ordentlich entwickeln. Eine Zerreißprobe war die Rapsbestellung in diesem Jahr dennoch.

Nach den dringend benötigten Niederschlägen ist auch die Temperatur abgestürzt, so dass wir uns auf einmal im Herbst wiederfinden. Kurz bevor das geschah, haben wir uns aber schon von der ersten Hälfte unserer Rüben getrennt. Aufgrund von Energieknappheit begann die Zuckerfabrik Lage früher als geplant mit der Kampagne und suchte Freiwillige für die Frührodung. Da wir auf dieser Hälfte der Rübenfläche ohnehin nicht mit einem Spitzenertrag gerechnet haben, haben wir Rüben abgeliefert, die durch hohe Zuckergehalte begeistert und durch geringe Erträge enttäuscht haben. In diesem Fall aus verschiedenen Gründen aber die richtige Entscheidung.

Der Herbsteinbruch hat uns in unserer Wintergetreideaussaat etwas zurück geworfen. Dennoch freuen wir uns immer noch über den Regen und hoffen für die Bestellarbeiten auf einen goldenen Oktober. Die Zwischenfrüchte entwickeln sich unterschiedlich. Die nach Gerste gesäten Zwischenfrüchte haben unter der Trockenheit gelitten - zumal diese auch die Mineralisation von Nährstoffen im Boden ausgebremst hat - und wurden mit dem Mulcher einmal geschröpft, um die Samenausbildung zu verhindern. Später im Jahr sind hier Schafe eingeplant. Die Zwischenfrüchte nach Weizen sehen gut aus und werden es im Herbst nicht mehr zur Samenreife schaffen. Hier können die Schafe ohne Schröpfschnitt zum Einsatz kommen.

Das Getreide säen wir in diesem Jahr mit unserer konservativen Kreiselgrubber-Technik, weil wir die Böden nach Bohnen oder nach Raps ohne Glyphosat nicht optimal für die Direktsaat vorbereiten können. Hier steht eindeutig die Bekämpfung der Ungräser durch angepasste Bodenbearbeitung im Vordergrund. Wir arbeiten weiter an einer Fruchtfolge mit Untersaaten und Zwischenfrüchten, die eine ganzjährige Begrünung der Flächen und somit eine ganzjährige Unterdrückung vor allem der Ungräser erlaubt.