Der Herbst kommt

Bis auf den letzten Rübenweizen haben wir alles gedrillt. Das Wetter im September und Oktober war uns gewogen, so dass wir eine recht unfallfreie Herbstbestellung hinter uns gebracht haben. Alle Flächen konnten in einem guten Bodenzustand bearbeitet werden. Dieses Jahr haben wir auch das erste Mal sowohl beim Raps als auch beim Weizen eine Direktsaatfläche im Programm. Der Auflauf war zufriedenstellend, obwohl uns beim Raps die haufenweise auftretenden Schnecken doch einigen Ärger gemacht haben. Der direkt in die Rapsstoppel gesäte Weizen in Deensen ist gut aufgelaufen - wir werden die Entwicklung weiter mit Spannung verfolgen. Trotz aller Direktsaatträume haben wir aber auch wieder klassisch zu Gerste und zu Weizen nach Hafer in Lage gepflügt. Es gilt, die beiden Systeme von allen Seiten zu prüfen.

Die erste Runde Rüben wurde diese Jahr schon früh, in der vorletzten und letzten Septemberwoche gerodet und geladen. Die ersten Rüben in Lage waren nicht zufriedenstellend mit einem Zuckergehalt von unter 16 %. Das ist auf dieser Fläche den schlechten Bestellbedingungen im Frühjahr geschuldet. Eine tonige Fläche mit Waldschatten erreichte im zurückliegenden Frühjahr nur schwerlich die ideale Bodengare um für Rüben bearbeitet zu werden. Dementsprechen sieht nachher auch die Einlagerung der Inhaltsstoffe aus. Die Rüben in Deensen auf dem Klosterstieg waren hingegen schon sehr viel besser mit einem Zuckergehalt von 17,5 %. Die letzten Rüben in Lage am Bussehof sehen immer noch dunkelgrün aus und lassen hoffen. In der ersten Novemberwoche ist hier die Rodung und die Abholung für Ende November geplant.

Wie in jedem Jahr sind auch die Schafe wieder auf unsere Flächen gezogen. In Deensen ist die erste Runde Abweiden auf der zuerst gesäten Zwischenfrucht im Sommer nach Gerste schon gelaufen. Dort hatte der Ölrettich schon Samenstände gebildet, die nötig durch die Schafe abgefressen werden mussten. Selbiges ist in Lage in der Zwischenfrucht nach Dinkel auch der Fall. Hier fressen die Schafe seit einer Woche fleißig. Um die Idylle abzurunden hat sich auch duche Zufall ein weiterer Schäfer eingefunden, der unser Naturschutzgrünland in der Heide bis Ende Oktober abweiden möchte. Ein ungewohntes aber sehr schönes Bild. Hier haben seit 50 Jahren keine Viecher mehr gestanden.

Der Markt für Getreide und Ölfrüchte spielt weiterhin verrückt. Jegliche sinnvolle Vermarktung von Getreide aber auch der sinnvolle Einkauf von Dünger sind schwerlich zu planen. Das Motto heißt wohl Stück für Stück, nicht alles auf eine Karte setzen. Wir lassen uns überraschen.