Im Märzen der Bauer

Auf 20 Grad minus folgen 20 Grad plus. Wie auf der Achterbahn fühlt sich gerade das Wetter an, mit dem sich der Februar verabschiedete. Der Schnee ist schnell und ohne Regen getaut, viel ist auch gleich bei intensiver Sonneneinstrahlung verdunstet. Überschwemmungen blieben weitgehend aus. Die meisten Flächen waren nach einer Woche Tauwetter befahrbar. So begann in der letzten Februarwoche mit einem Paukenschlag die Feldsaison. Düngerstreuen, Mist streuen, Rüsselkäfer im Raps bekämpfen. Letzere haben wir zwar erwartet, haben aber auch insgeheim gehofft, dass ihnen die tiefen Temperaturen evtl. den Garaus gemacht haben könnten. Das war ganz offensichtlich nicht der Fall. Mit den ersten Sonnenstrahlen fanden sie sich satt und reichlich in den Gelbschalen.

Der Boden trocknet zügig ab. Die Schafe sind mit der Beseitigung der Ölrrettichs noch nicht ganz fertig. Nun ist Eile angesagt, weil die Rübenbestellung bei gutem Wetter schnell näher rückt. Die Bearbeitung der Schafe ist allerdings unverzichtbar, weil sie erstens das Futter an Ort und Stelle als organischen Dünger wieder abgeben und zweitens den Ölrettich, der z. T. unterm Schnee noch grün geblieben ist, und eventuelle Altverunkrautung sorgfältig auffressen. So können wir sowohl auf den Pflug als auch auf ein Totalherbizid vor der Mulchsaatbestellung der Zuckerrüben verzichten. Die fleißigen Helfer sind uns sehr willkommen!

Auch die Ackerbohnen und die Sommergerste müssen jetzt sobald wie möglich in die Erde. Die dafür Bohnenflächen weisen eine gut abgefrorene Zwischenfrucht auf, so dass dort ohne Pflugeinsatz bestellt werden kann. Die Flächen für die Sommergerste müsssen wir trotz Zwischenfrucht pflügen, um zur Bestellung einen "reinen Tisch" zu erhalten.

Die Warenterminbörse spielt im Moment total verrückt. Schade, dass die ganze Ernte 2020 bereits verkauft ist. Sonst hätte man dort Jahrhundertpreise erzielen können. Vorkontrakte für die kommende Ernte sind allerdings auch attraktiv. Ein guter Zeitpunkt für Verkäufe.